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Zum Tode von Hans Wehking,Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

es ist noch nicht einmal ein Monat her, dass der ehemalige Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, der Kollege Hans Wehking, nach schwerer Krankheit verstorben ist. Ich weiß nicht, ob es am Jahreswechsel liegt, dass nur kurz auf das vergangene Jahr geschaut wird, man aber ansonsten erwartungsvoll auf das neue Jahr blickt. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass Hans Wehking schneller aus dem Gedächtnis verschwunden ist, als das seiner Person würdig wäre.

Ich bin als Abgeordneter der AfD-Fraktion erstmals im November 2016 mit dem Kollegen Wehking in Berührung gekommen. Gerade erst hatte die SPD im Landkreis Helmstedt bei der Kommunalwahl eine krachende Niederlage erlitten, weshalb eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition, die den Landkreis in der letzten Periode an Wolfsburg „verkaufen“ wollte, nicht mehr möglich war. Ein eigenes Profil der SPD innerhalb einer informellen Großen Koalition zusammen mit der CDU zu schärfen, würde sehr schwierig werden; das wusste er von Anfang an. Und deshalb waren es auf einmal die ehemaligen grünen Kollegen, zu denen die SPD auf Distanz ging, sowie vor allem auch die "Bunte Kiste" aus FDP, UWG und ZIEL.
Hans WEhking war unser politischer Gegner, mit seinen Meinungen waren wir meistens nicht einverstanden und von seinen langatmigen Reden oft genervt. Er war jedoch intellektuell ein würdiger Gegner und als Mensch sicher ein netter Kerl.
Er war voller Hoffnung auf Genesung, weshalb er in einer Mail an die Kollegen betonte, weiterhin Fraktionsvorsitzender zu bleiben, auch wenn er sich vorübergehend im Amt vertreten ließe.

Drei Tage vor der letzten Kreistagssitzung am 12.12.2018 verstarb nach einer schweren Krankheit der Fraktionsvorsitzende der SPD Hans Wehking. Die Art und Weise, wie die SPD mit diesem traurigen Ereignis umgegangen ist, empörte nicht nur die Insider.
Wie mir ein Sachbearbeiter aus der Kreisverwaltung schilderte, hatte es noch nie ein derart schnelles Verfahren wegen einer Nachfolge gegeben. Die vorrangige Sorge war wohl schnellstens die Ersatzstimme für die anstehende Kreistagssitzung zu beschaffen. Es mag ja sein, dass das alles mit rechten Dingen zugegangen ist; moralische Bedenken oder gar Respekt vor der Trauerzeit waren der grauen Eminenz der SPD und Verdienstordensträger Rolf-Dieter Backhauß in dieser Situation einfach lästig.

Und so sprach nur der Landrat ein Totengedenken vor Beginn der Kreistagssitzung. Ich hatte den Eindruck, dass das 'business as usual' für die SPD-Fraktion wichtiger war als das respektvolle Innehalten in Trauer. Auch das ist ein Bild der SPD in unserem Kreistag.
Und spätabends war die Sitzung vorbei, auch das alte Jahr ging zu Ende und mit ihm geriet die Erinnerung an Hans Wehking in die Vergangenheit. So etwas hat der Kreistagskollege aber nun wirklich nicht verdient, meint

Ihr

MUDr-PhDr./Univ.Prag Jozef Rakicky