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Urlaubspost aus dem Ausland und...die fast täglichen Landrat-Fotos in der Lokal-Zeitung



Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser meines Blogs.
Wie Sie schon bemerkt haben, bin ich nach der letzten Kreistagssitzung in Urlaub, mitunter auch in meine alte Heimat gefahren. Deshalb melde ich mich heute aus der ehem. Tschechoslowakei: Immerhin mittlerweile zwei Mitgliedsstaaten der EU, in der Slowakei gilt auch der EURO und mit welcher Geschwindigkeit die Slowakei den Wandel von einem ehemals kommunistischen Land zu einem modernen Staatswesen geschafft hat, dafür brauchten die Demokratien im Herzen der EU immerhin Jahrzehnte. Es ist mittlerweile auch das Land mit der höchsten Autoproduktion der Welt, bezogen auf die Einwohnerzahl. Der VW und Andere haben hier durch die niedrigeren Löhne mittlerweile Milliarden EUR verdient und die Arbeiter hier für Löhne arbeiten lassen, für die sie in Deutschland auf die Barrikaden gingen. Nicht so in der Tschechei und Slowakei - hier dürfen ruhig Dumpinglöhne sein. Wer noch mehr Beweise über die Verlogenheit und Unaufrichtigkeit der sog. Gewerkschaften braucht, soll sich die jetzt gerichtlich bekannte Affäre über die hohen Geldgeschenke an die Gewerkschaftsfunktionäre in Wolfsburg erinnern oder er soll gern in die Slowakei kommen und mit den Menschen sprechen , die z.T. für Lohn vollschichtig arbeiten müssen, wie die Auszubildenden in Wolfsburg.

Und weil wir in Internet-Zeiten leben, erhalte ich Informationen, was die "objektive" und "unabhängige" Funke-Presse so schreibt und über das Geschehen daheim im Landkreis Helmstedt unterrichtet werde. Die Inhalte der Zeitung, sind, wie gewohnt, eine Mischung aus grün-roter Propaganda aber - die fast tägliche Ablichtung unseres Landrates Radeck in verschiedenen Posen erinnert mich stark daran,dass wir bereits in dem Kommunalwahlkampf stehen und dass Herr Landrat offensichtlich alles darauf setzt in seinem gut dotierten Sessel sitzen zu bleiben - schließlich möchte auch seine Ehefrau in den Bundestag gewählt werden. Spätestens seit der letzten Bundestagswahl wissen wir doch, dass man einen "richtigen" Namen haben muss um eine Chance zu haben. Und tatsächlich- kein Tag, wo sich der Landrat nicht allein oder zusammen mit Gattin präsentierte: Landrat vor landwirtschaftlichem Gerät, Landrat gibt Kreisstraße frei, Landrat sendet mit dem HRM ein Signal in die Welt, Landrat präsentiert Mobilitätsgutachten, Landrat ist Revierrat geworden – Das alles nur Artikel aus einer Woche! Warum sich die Zeitung für so eine plumpe Propaganda her gibt? Wer weiß wie viel so eine Beilage für die Zeitung Geld einbringt und wer bemerkt hat, dass der Landkreis hier sehr "großzügig" war (natürlich nicht sein Geld!) kann sich nun mal nicht wundern, wenn die Zeitungs-Schreiberlinge unseren Herrn Radeck als Landrat und seine Gattin- nur die besten Fotos im bevorstehenden Wahlkampf veröffentlichen.

Mein tschechischer Freund schaute sich mit mir die Online-Ausgaben der Braunschweiger Zeitung an und fühlte sich an die alltäglichen Fotos von Gustav Husak in der gleichgeschalteten kommunistischen Presse vor über 30 Jahren erinnert. Ich habe dann dem Karel erklärt, dass unser Helmstedter Landrat in seine gut dotierten Machtposition wiedergewählt werden will und seine Ehefrau in den Bundestag möchte, weshalb er schon jetzt den Wahlkampf macht. „Aber wie geht das aber an, dass die lokale Presse ständig über deinen Landrat berichtet? Hat der die Redakteure bestochen?“ - Fragen über Fragen, die mir Karel stellte.
Ich habe ihm erklärt, dass die lokale „Braunschweiger Zeitung“ eigentlich der politisch linken Funke-Mediengruppe angehört. Aber wenn man als Landrat zugleich auch noch einem privilegierten Zirkel(Klub) an gehört, zu dem sogar auch der Chefredakteur der Zeitung gehört, dann gibt es keine Parteigrenzen mehr, da wird in der Sache anders entschieden. Sei es, dass der Landkreis Helmstedt teure, weil große und bunte, Stellenanzeigen in Auftrag gibt, sei es dass der Landrat das von ihm beherrschte ‚Helmstedter Regionalmanagement‘ eine ca. 200.000 EUR Infobroschüre bei einem Tochterunternehmen der Funke-Mediengruppe erstellen und veröffentlichen lässt. In der heutigen Zeit weiß jeder PR-Fachmann,dass so etwas ei´gentlich ein PR-Desaster ist und kaum dem Werbeziel dienen kann. Dass Unmengen der Infobroschüre als sogenannte „Überdrucke“ demnächst zum Altpapier gegeben werden/wurden, ist "vollkommen uninteressant" – Hauptsache, dass der braunschweiger Verlag schreibt und publiziert freundlich für den bekannten Kandidaten und die Kandidatin so, wie wir es jetzt alle erleben können. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

„Aber, da habt ihr in Deutschland ja gar keine wirtschaftlich freie Presse, die kritisch ist ‚die da oben‘ kontrolliert, sondern die legt sich mit Jedermann in‘s Bett, wenn sie dafür bezahlt wird.“ -kommentiert mein Freund. Komisch, dachte ich mir, wieso fällt einem Altdemokraten wie Karel dieser Missstand sofort ins Auge, während die Leserinnen und Leser im Landkreis Helmstedt diese kritiklose Lobhudlei und die nichtssagende Hofberichterstattung in der „Braunschweiger Zeitung“ anscheinend noch nicht angewidert zur Seite legen.

Es ist ja aus dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern bekannt, wie Schmeichler und Eingelullte einer ‚Lichtgestalt‘ solange zujubeln, bis ein unvoreingenommenes Wesen die Wahrheit ausspricht. Deshalb wird es also höchste Zeit, im anlaufenden Wahlkampf dem Landratskandidaten genau auf die Finger zu schauen, damit die persönliche Leistung und nicht so sehr der Einsatz von Steuergeldern zum Maßstab wird, meint

Ihr

MUDr.PhDr./Univ.Prag Jozef Rakicky