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Nanu, Herr Schobert - direkte Demokratie ?

Mehr direkte Demokratie verlangt die Alternative für Deutschland (AfD) in ihrem Wahlprogramm bei wichtigen Entscheidungen, die die Allgemeinheit betreffen. Bislang leider vergebens. Wir haben es erlebt-weder bei der Einführung des Euro, noch bei dem unkontrollierten Zuzug von Migranten 2015 , noch bei der sog. Finanzhilfe für Pleite-Griechenland, noch bei anderen wichtigen Entscheidungen, die die die ganze Nation betreffen, haben es die sog. etablierten Parteien in Deutschland für nötig gehalten, das Volk nach seiner Meinung zu fragen.
Um so mehr freut mich berichten zu können, dass sich Landkreis Helmstedt in dieser Hinsicht am gestrigen Tage von der sonst üblichen politischen Praxis verabschiedet hatte. Der Helmstedter Bürgermeister hat nämlich ein wichtiges Thema, das viele Bürger emotional bewegt ,erkannt und die Bürger zu einem Gespräch eingeladen um mit ihnen zu diskutieren und ihre Meinung zu hören. Ja, Sie ahnen es bereits – ich meine die gestrige Bürgerversammlung im Schützenhaus Helmstedt und Diskussion zum Thema-möglicher Umzug des Gymnasium GaBö nach Königslutter.
Und die Bürger sind in einer großen Anzahl auch gekommen. Der voll besetzte große Saal im Schützenhaus zeugte davon, dass es sich bei der Frage eines ev. Umzugs des GaBö keineswegs um eine Entscheidung handelt, die der Landrat Radeck und ein paar Politiker im Kreistag allein zu entscheiden haben. Herr Schobert, der offensichtlich der Hauptorganisator der Versammlung war, hat dadurch sicher an Popularität gewonnen, war auch geschickt als Moderator aufgetreten- eine eigene Stellungnahme aber nicht abgegeben. Schade. Nichts desto trotz - so soll ein Bürgermeister mit Sorgen und Nöten seiner Bürger umgehen. Auch wir, von der AfD fanden sein Vorgehen, als Ausdruck einer direkten Demokratie, gut. Ich hoffe, er wird sich nun nicht gezwungen sehen zurückzutreten, nur weil ihn die AfD gelobt hatte.

Die Plädoyers der drei Vertreter der einzelnen Gymnasien wirkten leider, bis auf den hervorragenden Vortrag von Herrn Kluge aus Schöningen, nicht besonders strukturiert. Bei Frau Dr.Roy vom Gymnasium Julianum konnte man den roten Faden mit der Forderung, die bestehenden Strukturen nicht zu zerstören und mehr Geld in die Strukturverbesserung der Gymnasien zu investieren, noch eben erkennen. Der Leiter des Gymnasium am Bötschenberg ist wieder einmal „wegen anderer Verpflichtungen“ nicht erschienen und überließ den Vortrag seinem Vertreter, Herrn Jürgens, der offensichtlich nicht seinen besten Tag hatte. Mit seiner Rede-einer Mischung aus ungezielter Aggression und zurückgehaltener Stellungnahme- die Zuhörer eher verstörte. Ich habe ihn eigentlich anders in Erinnerung als er im letzten Jahr bei den Sitzungen des Schulausschusses eindeutig und prägnant, durchaus überzeugend, für den Verbleib des GaBö in Helmstedt argumentierte. Seit dem hat sich offensichtlich Einiges getan und seine Überzeugung verändert hat. Sowohl er als auch sein Vorgesetzter, Herr Jungenkrüger, der bereits bei der denkwürdigen Sitzung des Kreistages am 13.3.2019, vermittelten für mich nicht mehr den Eindruck,dass sie fest hinter dem Standort Helmstedt stehen. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Tatsache ist, dass die beiden kurz vor der Pensionierung stehen und… es wurden viele Gespräche mit Herrn Landrat geführt, über deren Inhalt wir nichts wissen.
Ein ganz anderes Kaliber war der Vortrag von Herrn Kluge,Leiter des GAS in Schöningen. Klar und prägnant nannte er das Problem beim Namen. Die Zahlen, die er präsentierte, waren für jedermann verständlich :Im Moment besuchen ca. 750 Schüler das GAS in Schöningen, was eine 4 zügige Struktur und entsprechend hohe Unterrichtsvielfalt und Qualität ermöglicht. Wenn aber die Schüler aus Königslutter (ca.272) nicht mehr nach Schöningen kommen, weil sie eben natürlich auf ein örtliches Gymnasium gehen wollen(ca.272), wird die verbliebene Schülerzahl am GAS(ca.230-240) nicht mehr 3-4 Züge (Jahrgangklassen) ermöglichen und somit wird die Zahl der Lehrer, Kursangebote und der außerschulischen Möglichkeiten sinken oder gar verschwinden. In der Folge ist auch gut möglich,dass die Schüler aus Schöppenstedt und Umgebung (ca. 80-110) doch lieber ein bessere Qualität anbietendes Gymnasium mit mehr Angeboten in Wolfenbüttel etc. wählen, was dann eine weitere Reduktion der Schülerzahl am GAS in Schöningen zur Folge haben würde. Am Ende würde dann ein altwürdiges Gymnasium mit 2 Zügen, eingeschränktem Lehrerkollegium und eingeschränkten Bildungsangeboten einem möglichem Ende entgegen sehen.
Betretene Stille folgte.
Auch die Schülervertreter und die Schulelternräte warnten vor den unabsehbaren Risiken eines solchen Eingriffs in die bestehende gymnasiale Landschaft im Landkreis. Unisono wurde die Forderung erhoben, die für den Umzug und Neubau eines Gymnasium in Königslutter (unrealistisch) geplanten 19 Mio. EUR lieber für die Renovierung und bessere Ausstattung der bestehenden Gymnasien zu investieren.
Die anschließende Diskussionsrunde brachte auch Gegenargumente und Meinungen. Verständlicherweise argumentierten die anwesenden Bürger aus Königslutter, dass ihre Kinder jetzt z.T. 45 Min. für eine Fahrt nach Schöningen im Bus sitzen müssen und warum sollten zukünftig nicht auch Kinder aus Schöningen nach Königslutter fahren. Moderate Stimmen kritisierten in dem Zusammenhang die grottenschlechte ÖPNV mit ihren schlecht organisierten Transporten, die solche extrem langen Fahrten zu verantworten haben. Bei besserer Organisation der Fahrten wäre eine wesentliche Verkürzung der Schülerfahrten möglich. Übrigens, das Thema von überlangen Schülerfahrten ist nicht nur zwischen Schöningen und Königslutter aktuell. Aus eigener Erfahrung kann ich auch von überlangen Fahrten von Schülern aus Helmstedt nach Bahrdorf, Querenhorst etc. selbst berichten– die Kinder sitzen oft sogar eine Stunde im Bus. Zudem sind die Verbindungen so schlecht organisiert, dass bei Nachmittagsunterricht, AGs, Unterrichtausfall etc. ein Elterntaxi unausweichlich ist. Das ist aber ein anderes Thema – leider fasst dieses Problem die Landkreisverwaltung nicht an, statt dessen hört man nur Beschwichtigungen und Erklärungen. Die mehrheitlichen Fraktionen der Altparteien tun nichts.
Viele Bürger zeigten auch Verständnis dafür, dass eine aufstrebende Ecke des Landkreises, nahe an Ballungszentren, gern ein eigenes Gymnasium haben würde. Ein Gegenargument ist aber auch, dass nach einem möglichen Umzug des GaBö, das Gymnasium Julianum sicher nicht alle Schüler aus Helmstedt aufnehmen könnte und somit müssten nicht nur wenige entweder nach Königslutter oder sogar außerhalb des Landkreises ausweichen. Eigentlich schwächt kein vernünftiger Landkreis seine Hauptstatt damit, dass man ihm die Bildungsstätte entzieht.
Kein Landkreisvertreter , Vertreter der Schulbehörde oder gar der Landrat selbst waren anwesend und so blieb eine Erklärung, Argumentation oder Stellungnahme der Verwaltung und des Landrates aus. Schade, die Menschen würden sicher interessiert zuhören. Dass sich so viele Bürger nach der Arbeit versammelt haben, zeugt eindeutig davon, dass die bisherigen Erklärungen und Begründungen der den Umzug anstrebenden Landkreisverwaltung und ihres Landrates die Menschen nicht überzeugten, meint

Ihr

MUDr.PhDr./Univ Prag Jozef Rakicky


Die Diskussion ist noch nicht zu Ende. Noch mal zur Erinnerung: ES IST NOCH NICHTS DEFINITIV BESCHLOSSEN!

Lesen Sie mal den genauen Wortlaut des äußerst knappen Beschlusses des Kreistags am 13.3.2019 und auch wer für den Beschluss (de facto für den Umzug) stimmte und wer dagegen.




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