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Wollen Sie sich das noch einmal antun, Landrat Radeck?

Erst letztens habe ich die kühlen und regnerischen Tage genutzt, um bei mir ein bisschen aufzuräumen. Da fielen mir Berichte der „Braunschweiger Zeitung“ aus dem Jahre 2016 in die Hände, in denen ein Unabhängiger namens Gerhard Radeck sein Programm für die nächsten fünf Jahre vorstellte, sollte er zum Landrat gewählt werden. Ich war erschrocken! Lachte mir damals ein fröhlich und optimistisch gestimmter Bewerber entgegen, habe ich heute nur den sichtlich gealterten und mürrisch dreinblickenden Amtsinhaber vor Augen. Wer die neuerdings als CORONA-Information getarnten Wahlkrampfvideos aus dem Kreishaus im Internet aufruft, wird durch Gestik, Stimmlage und Inhalt mitbekommen, dass da jemand ganz schön verbraucht ist. Auf den gestellten Fotos der lokalen Funke-Presse, auf den Herr Radeck fröhlich an einem Sandhaufen „buddelt“ oder in bester „Jogi-Manier“ den Ball jongliert, wird das in den Wahlkampfzeiten natürlich „wegretuschiert“.

Dass der Umgang mit den Kreistagsabgeordneten aller Parteien und eine komplexe Landkreisverwaltung mit den unterschiedlichen gesetzlichen Aufgaben und Zuständigkeiten etwas ganz Anderes ist als bei der Polizei Streifenwagen einzuteilen, dürfte dem müden Amtsinhaber auch allmählich dämmern. Aber es reicht nicht aus, sich selbst als Teamplayer zu bezeichnen, aber das Gegenteil vorzuleben. Ich kann Ihnen als Kreistagsabgeordneter sagen, dass die Stimmung unter den Beschäftigten noch nie so schlecht war wie heute – und das hat nichts mit den Belastungen nach mehr als einem Jahr CORONA-Pandemie zu tun. Auch wenn viele Beschäftigte gegen einen SPD-Landrat Schlichting gestimmt hatten: so eine Amtsführung wie unter CDU-Landrat Radeck hat niemand erwarten können.

Die AfD-Kreistagsfraktion hatte bereits in öffentlicher Kreistagssitzung unter dem Beifall des anwesenden Personalrates und einiger Mitarbeiter beklagt, dass nur Beamte befördert werden, nicht aber die Beschäftigten, die in der Kreisverwaltung in der Überzahl sind. Und man hat den Eindruck, dass der Landrat nur sein engstes Umfeld begünstigt. Ich bin als Abgeordneter zur Verschwiegenheit verpflichtet, weshalb ich in diesem Blog nicht aus den Kreisausschusssitzungen berichten darf. Eine sog. „kritische Presse“, die noch nicht -wie man auf Neudeutsch sagt: homogenisiert ist, hätte mit viel mehr Biss die Missstände in der Kreisverwaltung aufgegriffen. Aber es ist ja CORONA, weshalb sich selbst die Kreistagsabgeordneten ihre Rechte nehmen lassen. Oder haben Sie irgendwo den Aufschrei gehört, wenn trotz sinkender Inzidenzzahlen alle wichtigen Fachausschusssitzungen als Videokonferenz durchgezogen wurden? Ist das eigentlich mit dem Kommunalrecht vereinbar, dass nur handverlesene Einwohnerinnen und Einwohner huldvoll den Zugangscode zu Videokonferenzen zugeteilt bekommen? So nach dem Lied: wohlgefällige Menschen, wenn‘s geht Bewunderer des Landrates, erhalten Zugang, bei den anderen ist dagegen die technische Bandbreite zur Übertragung ausgereizt!

A propos „Bandbreite“. Erinnern Sie sich noch an die drei B‘s des Landratskandidaten Radeck aus dem Jahre 2016? Sie lauteten „Buschhaus, Barmke, Breitband“. Wer meinen Blog seit Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass der Grund und Boden rund um Buschhaus der Planungshoheit des Landkreises Helmstedt entzogen ist; ihm gehört noch nicht einmal ein Quadratmeter, um als Akteur etwas zu gestalten. Stattdessen wohlwollendes Dulden, dass unser Landkreis nach dem Ende der Braunkohleära nicht schöner und grüner, sondern zum Abfallschwerpunkt wird und die Feinstaubbelastung in unserem Landkreis entsprechend steigen wird. Ob das zur Wertsteigerung und Attraktivität unserer Landschaft beiträgt, ich glaube nicht.

Arbeitsplätze sollten geschaffen werden durch die vielfältige Unternehmensstruktur in Barmke an der BAB. Was entsteht: ein Großversender, der europaweit „Steueroptimierung“ betreibt und deshalb nicht viel Gewerbesteuer bei uns lässt; ein Online-Riese, der jedem Einzelhändler in unseren Städten und Orten das Leben schwer machen wird; ein Arbeitgeber, der jetzt schon auf Plakaten nach Unqualifizierten zu Niedriglöhnen sucht. Die Bauplanung für Barmke hat die Stadt Helmstedt durchgeführt. Den Landrat braucht man nur, damit er werbewirksam eine Schaufel Sand hinwirft und unzuständig als CDU-Parteifreund ein Band durchschneiden darf. Breitband – ja auch zu diesem Thema hätte ich mir eine aufmerksame Presse gewünscht, die nicht die Tage der Redakteure im HomeOffice zählt, sondern die Breitbandanschlüsse im Landkreisgebiet. Aber auch hier ist das Foto vom ersten Spatenstich dem Landrat wichtiger als eine schnelle Anschlussquote in den einzelnen Ortschaften. Insgesamt eine sehr magere Bilanz bei näherem Hinsehen. Da helfen auch gestellte Fotos in der Presse nicht, der mündige Wähler kann sich aus glaubwürdigeren Quellen informieren.

Dann kann der mündige Wähler auch merken, dass die drei B‘s des damaligen Landratskandidaten Radeck nur für „Bla-Bla-Bla“ stehen.
Wenn das die Wählerinnen und Wähler so erkennen, gibt es am 12. September 2021 einen neuen Landrat, meint
Ihr
MUDr.PhDr./Univ.Prag Jozef Rakicky

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